| Im Okinawa Shorinryu Shidokan wird Karatedo als Kampfkunst betrieben. Wir üben den Weg der Leeren Hand im Geiste des Budo. Der Begriff Budo bezeichnet die Philosophie der japanischen Kampfkünste. Übersetzt bedeutet Budo der Weg des Kriegers. Ziel dieses Weges ist es, sich selbst zu bezwingen. Der Sieg über andere ist zweitrangig. Budo ist mehr als eine Kampfmethode (Bujutsu), als ein Kampfsport. Es geht nicht darum, höher zu treten oder schneller zu schlagen als ein anderer. Wer dem Weg des Kriegers folgt, tut dies nicht, um Pokale zu erringen, sondern um sich selbst zu erkennen. | ![]() |
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Auf dem Weg des traditionellen Karatedo wird der Schüler konfrontiert mit den eigenen Schwächen und lernt, sie zu überwinden. Karatedo wird zu einem Prozeß der Selbsterfahrung. Schritt für Schritt verbessern sich die Reaktion, die Atmung und die Körperhaltung. Die Selbstdiziplin und die Konzentration steigen, das Selbstbewußtsein wächst. Wer beständig übt wird psychisch und physisch stark. Wer stark ist muß nicht mehr gegen andere kämpfen, er muß nichts mehr beweisen. So ist traditionelles Karatedo ein Weg zu einem ausgeglichen und friedfertigen Geist. Ein Karateka sollte die Hand eines Teufels und das Herz eines Buddhas haben.
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Ein ganz grundlegender Punkt beim Üben des Karatedo ist das rechte Verhalten. Karatedo beginnt und endet mit Respekt. Ein Karateka ist kein Einzelkämpfer, denn er beschreitet den Weg des Karatedo nicht alleine. Erst unter Anleitung eines Meisters (Sensei) und in Gemeinschaft mit den anderen Übenden entwickelt er sich. Durch die gemeinsame Übung wird soziales Verhalten innerhalb einer Gruppe und im übertragenen Sinne innerhalb einer Gesellschaft gefördert. In allen Dojos der Okinawa Shorinryu Shidokan Schule spielen deshalb die von Großmeister Miyahira Katsuya 10.Dan Hanshi besonders betonten Tugenden wie Aufrichtigkeit, Ehrenhaftigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität eine große Rolle. |
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Wird der Schüler unter der Leitung eines Meisters (Sensei)
an die Kampfkunst herangeführt, so wird ein wirklicher Lehrer des Weges
jeden Bewerber zunächst auf sein inneres Potential hin zum Weg prüfen.
Der angehende Schüler durchläuft daher von Anfang an die von seiner
Budo-Disziplin vorgegebenen Schülerstufen des jeweiligen Graduierungssystem
(Kyudan) der Mudansha-Ebene. Bis der Bewerber sich zum tatsächlichen Wegschüler des Budo entwickelt hat, vergehen einige Jahre des gegenseitigen Kennenlernens in der Shu-Form, vom weißen Gürtel (Obi) bis zum braunen Gürtel. Diese Zeit der Vorbereitung besteht darin, den Übenden hin zur entsprechenden körperlichen und geistigen Form, wie sie der Weg meint, zu führen und ihn auf den Weg des Budo vorzubereiten. Hier erlernt der Übende zunächst die Grundtechniken (Kihon/Omote) des jeweiligen Stils und die dazu erforderliche innere Haltung, die eine wirkliche, wegorientierte Lehre erst möglich macht. |
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Die innere Lehre, verbunden mit der technischen Verfeinerung des jeweiligen
Systems (Okuden) erfordert eine vom Übenden ausgehende Budo-Beziehung
zu seinem Lehrer und zu der Kunst, in der er sich übt, den Herausforderungen
des Weges zu bestehen. |
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Nun wird der Lehrer seinen künftigen Schüler vernünftig
an die Kampfkunst heran führen. |
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Ein echter Budoka steht für das Leben und für Harmonie, und nicht für Tod und Zerstörung. |
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geschrieben von Sensei Laupp 8. Dan Kyoshi und Manuel Schmitz 2. Dan
(übernommen von www.shorinryu.de)
Die Bilder zeigen Sensei Laupp 8. Dan Kyoshi mit seinem Lehrmeister Sensei Miyahira 10. Dan Hanshi bei der Kata Matsumura no Passai